Interview mit Marilies Jagsch

Marilies Jagsch

Freitag Abend, dumpfe Beleuchtung im Salzhof in Freistadt. Marilies Jagsch betritt die Bühne. Düster, laut, melancholisch und voller Hingabe; Indie Rock. Poesie zwischen den Zeilen. Nach den ersten paar Titeln wird es zum ersten mal still und Marilies erklärt, sie meine das gar nicht so düster wie es sich im Moment vielleicht anhöre. Außerdem so ihre Erfahrung, würde sowieso alles Gesagte auf der Bühne falsch herüberkommen. Nach einem Schmunzeln wird weitergespielt. Nachdem einges aus den ersten beiden Alben Obituary for a Lost Mind (Asinella Records / Hoanzl 2008) und From Ice To Water To Nothing (Asinella Records 2010) zu hören war, folgt zur Begeisterrung des Publikums noch ein Cover der Nine Inch Nails… Ein gelungener Abend und es kommt noch besser: Marilies nimmt sich Zeit einige unserer Fragen zu beantworten…

Wie fühlt man sich nach so einem Konzert indem man alle in den Bann zieht?
Dankeschön, eigentlich bin ich immer etwas erschöpft nach so einem Konzert – angenehm erschöpft.
Dass man die Leute in den Bann zieht merkt man oft nicht so genau auf der Bühne wegen der grellen Scheinwerfer…

Ihr habt in den letzten Tagen mehrere Konzerte gegeben – ist das so eine Art Österreich-Tour oder wird’s vielleicht eine?
Nein, das waren nur die paar Konzerte und sonntags gehts nach Wien zurück.

Und eine Tour ist geplant?
Eher Einzellkonzerte. Wir hatten eine Tour geplant aber das ist momentan schwer, denn unser Gitarrist hat sich die Hand gebrochen und erst vor drei Tagen den Gips runtergekriegt, konnte zum Glück aber doch spielen… Das war aber schon unser Ersatzgitarrist insofern kann man sich vorstellen wie schwierig das mit der Tour momentan ist.

Irgend ein neues Album in Produktion oder in Aussicht?
Noch nicht. Wir müssen jetzt erst mal schaun ob wir den Gitarristen auswechseln und wie dann alles wird. Wir wollen aber bald wieder an neuen Material arbeiten und das wird vermutlich in eine andere Richtung gehen. „Band Produktion“ sagen wir hald mal so dazu…

Auf Wikipedia wirst du mittlerweile mit Devendra Banhart verglichen. Was sagst du dazu?
Interessant. Fällt mir schwer was dazu zu sagen. Ich fühle mich geehrt, wenn ich mit Musikern verglichen werde die ich selber gut finde aber beurteilen kann ich das jetzt nicht…

Musikalische Vorbilder oder Bands von denen du beeinflusst wirst – gibt es die?
Ich versuche eigentlich direkte Beeinflussung zu vermeiden weil ich glaube, dass das gefährlich sein könnte wenn man direkt etwas übernimmt von einer anderen Band. Es fällt mir auch schwer eine einzige Lieblingsband zu nennen, da es so viele gibt, die ich schätze. Wie gesagt, ich versuche zu vermeiden mich zu direkt beeinflussen zu lassen.

Was ist denn nun das beste am „Leben auf der Bühne“?
Die Bühnenmomente sind ja eigentlich sehr kurz im Vergleich dazu was man dahinter, davor, danach und dazwischen macht. (lacht). Auf der Bühne, dass ist dann quasi so der Moment wo man entweder spürt, dass das Sinn macht was man tut oder nicht. Das ist der Moment wo man merkt ob es funktioniert was man macht – oder nicht. Prinzipiell ist das eine Sache die ich einfach gern mache auch wenns Momente gibt in denen man merkt, es funktioniert überhaupt nicht. Man macht es einfach immer wieder und wieder bis man eben dieses Gefühl hat, „es passt“.

Text Michael Witt
Foto Daniel Terler

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