Heute ist der 30. November. An sich ein Tag wie jeder andere auch. Nicht für mich, denn heute endet offiziell das aus „Jugend in Aktion“-Mitteln geförderte Projekt „frischluft“ und damit auch meine Zeit als Projektverantwortlicher. frischluft wird es dennoch weitergeben, die letzten eineinhalb Jahre Arbeit am Projekt – und frischluft ist mittlerweile soviel mehr als nur ein Jugendmagazin – haben gezeigt, dass wir eine Lücke schließen konnten. Nämlich ein Magazin herauszubringen, das die Themen anspricht die Jugend-Massenmedien gerne aussparen. Den genormten Jugendlichen gibt es nicht, also entspricht frischluft nicht der Norm.
Solche Abschiede erlauben es zurückzublicken, und das lasse ich mir auf keinen Fall nehmen. Als ich im Frühsommer 2010 den Entschluss gefasst habe, der Idee des freien Jugendmagazins noch ein letztes mal Energie zu widmen (zwei vorangegangene Versuche meines Vorgängers scheiterten), wurde mir berechtigterweise einiges an Skepsis entgegen gebracht. Sätze wie „Ich schreibe sicher nicht auch noch für ein Printmagazin, wir arbeiten ohnehin schon unsere gesamte Freizeit ehrenamtlich.“ oder „Wir haben ja eh keine Kohle.“, wurden als Argumente gebracht, und offen gestanden hatte ich auch keine Gegenargumente. Was blieb war der unbedingte Wunsch und die Überzeugung die junQ.at Mitglieder durch positive Arbeit überzeugen zu können.
Berechtigtes Misstrauen
Ich stand also vor der Herausforderung ein Team formen zu müssen und Geld aufzutreiben um überhaupt ein Projekt aufsetzen zu können. Über das Kick-Off Meeting, bei dem sich etwa 15 Jugendlichen, mit Interesse an der Projektidee, kennenlernten war recht schnell ein Kernteam gefunden. Kathi, Erli und Michael werden zukünftig frischluft leiten. Blöderweise war noch immer kein Geld vorhanden, was auch für Irritationen beim noch recht losen Team sorgte. „Wie kann man von einem Heft sprechen und nicht mal Geld haben?“. An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei Susanne Rosmann (4yougend.at) bedanken, die mir damals in Rekordzeit Feedback auf den Förderantrag für die „Jugend in Aktion“ Förderung gab, der letztendlich positiv bewilligt wurde und den Grundstein dafür gelegt hat, dass frischluft nun auch über die Projektdauer hinaus, zumindest für die nächsten beiden Ausgaben weiterbestehen kann.
Somit waren die Hürden aus dem Weg geräumt und frischluft konnte mittlerweile vier mal erscheinen. Das letzte Jahr war geprägt von Stress und Arbeit, und ich darf mich bei der frischluft-Redaktion sowohl entschuldigen, als auch bedanken. Ihr habt mir oft genug den Arsch gerettet und den Drucktermin bei der einen oder anderen Ausgabe wirklich zu halten grenzte zeitweise an ein Wunder.
Großartiges Team
Beim frischluft-Qlash Anfang November zu sehen wohin sich das Team entwickelt hat, hat mir offen gestanden die eine oder andere Träne in die Augen getrieben. Ich bin stolz auf das, was die Leute hinter frischluft geschaffen haben, denn mehr als Rahmenbedingungen zu ermöglichen, habe ich gar nicht tun müssen, ein großartiges Team aus engagierten Jugendlichen erledigte den Rest. Somit ist meine Arbeit getan und ich lege das Projekt in die Hände der Menschen die für den Erfolg von frischluft verantwortlich sind, passt gut drauf auf und macht weiter wie bisher!
Ich wünsche euch das Allerbeste,
euer Daniel Friesenecker
